Sonntag, 31. Januar 2016

CDU Mitgliedermagazin BÜRGERNAH 01/2016


Da ist sie wieder...die neue Ausgabe unseres Mitgliedermagazins BÜRGERNAH 01/2016.

Themen sind u.a.:
- Die Flüchtlingssituation in Erkelenz
- Mitgliederehrungen in den Ortsverbänden
- Stellungnahme der CDU Erkelenz zur Leitentscheidung für das Rheinische Braunkohlenrevier u.v.m.

Die komplette Ausgabe als PDF zum Download....hier
Zur mobilen Ansicht gelangen Sie...hier

Flüchtlinge in Erkelenz - ein Zwischenstand


BÜRGERNAH: Das Jahr 2015 war von einem nie dagewesen Flüchtlingsstrom aus den Krisengebieten der Welt geprägt, wie kommt die Stadt bisher mit den Herausforderungen zu Recht?

Peter Jansen: Leider war die Organisation von Europa aus, über den Bund und das Land alles andere als optimal. Dies hat zusätzliche, vermeidbare Belastungen hier vor Ort ausgelöst. Ein riesiges ehrenamtliches Engagement, vom Verein „Willkommen in Erkelenz“, über die Flüchtlingspaten, den Arbeitskreis für Flüchtlinge, die vielen fleißigen Helfer und Helferinnen in den Kleiderkammern, bis hin zu den Landwirten, die uns schnell mit den Unterkünften geholfen haben, den hauptamtlichen Kräften bei uns in der Verwaltung, sowie den Institutionen und in den vielen Organisationen aber auch den Menschen als Nachbarn der Flüchtlinge – sie haben Großartiges geleistet. Ihnen gebührt ein besonderer Dank!!! Respekt vor der Leistung! Derzeit sind aber viele Helferinnen und Helfer an der Belastungsgrenze angelangt.

BÜRGERNAH: Was konnte über ehrenamtliches Engagement in Erkelenz schon bewirkt werden?

Marwin Altmann: Als sich die Dimension der Flüchtlingsbewegungen im Herbst 2014 andeutete, haben verschiedene Erkelenzer Institutionen und Verbände direkt die Initiative ergriffen und einen gemeinsamen "Arbeitskreis für Flüchtlinge" ins Leben gerufen. Dazu zählten neben den beiden Gemeinden der katholischen und evangelischen Kirche, auch die Caritas, das Rote Kreuz, die Stadt Erkelenz, der Stadtsportbund, der Kinderschutzbund, die Erkelenzer Tafel, der Budo Club, der Runde Tisch, die Senioren Initiative und weitere Verbände. Durch den direkten Austausch konnte eine schnelle, unbürokratische Hilfe aufgebaut und unmittelbar umgesetzt werden. Zunächst wurden ehrenamtliche Flüchtlingspaten gesucht und für ihre Aufgaben vorbereitet. Heute umfasst das Angebot u.a. ein Lern- und Freizeitangebot für Kinder, einen interkulturellen Müttertreff, eine Hausaufgabenbetreuung für Schüler, verschiedene Sprachkurse und mit dem "Café International" an der Roermonder Straße auch einen zentralen Ort der Begegnung.

Der "Arbeitskreis für Flüchtlinge" ist aber bis heute ein Bündnis der Verbände und Institutionen geblieben. Um die überwältigende Hilfsbereitschaft noch effektiver zu gestalten, gründete sich im März 2015 mit "Willkommen in Erkelenz - Die Lobby für Flüchtlinge e.V." ein neuer Verein. Nun ist es auch für jede Bürgerin und jeden Bürger möglich, sich direkt in die Hilfsmaßnahmen einzubringen, oder mit einer Mitgliedschaft/Spende die in Erkelenz untergebrachten Flüchtlinge zu unterstützen. Der Verein hat dafür gesorgt das Spendengelder unmittelbar für Erkelenzer Projekte eingesetzt werden. Neben dem Kauf eines Bauwagens als Lern- und Sprachkurszentrum in Neuhaus, der kompletten Ausstattung aller Teilnehmer/innen der angebotenen Kurse mit Lern- und Lehrmaterialien, sowie der tatkräftigen Unterstützung bei der Suche und Einrichtung zahlreicher Wohnungen, engagiert sich der Verein u.a. auch bei der Einrichtung eines Chor International der Kreismusikschule, einer Fahrradwerkstatt, sowie der Organisation verschiedener Ausflüge und Freizeitangebote.

Nicht zu vergessen ist auch die besondere Leistung der ehrenamtlichen Helfer/innen in der Lövenicher Kleiderkammer, die seit Monaten an der absoluten Leistungsgrenze arbeiten. Eine Vielzahl an Kleider- und Sachspenden, die durch die Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung nochmal angestiegen waren, sorgten für eine vollkommene Auslastung der Kapazitäten. Zwischenzeitlich musste in Lövenich sogar die Scheune eines Landwirtes als Zwischenlager genutzt werden, um dem Spendenaufkommen überhaupt gerecht werden zu können.

Es ist nicht übertrieben wenn man sagt, dass die Herausforderungen des Flüchtlingsaufkommens ohne das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer in Erkelenz nicht zu bewältigen gewesen wäre. Dieser Einsatz hat nicht nur dazu geführt, dass sich die Flüchtlinge bei uns schnell "Willkommen" und gut versorgt gefühlt haben, er half vor Allem dabei, dass die Vereine weiterhin einen Großteil der Mehrzweckhallen wie gewohnt nutzen und die Stadt mehrere hunderttausend Euro an Steuergeldern einsparen konnte. Daher nochmals einen herzlichen Dank für den unermüdlichen Einsatz!!!

BÜRGERNAH: Wie soll es 2016 weitergehen? Fordern Sie als Bürgermeister einen Stopp des Flüchtlingszustroms oder schaffen wir das wirklich?

Peter Jansen: Ob ein Stopp realistisch ist, vermag ich nicht zu bewerten. Man sieht ja, wie Europa, der Bund und die Bundesländer hier argumentativ sehr unterschiedlich unterwegs sind. Ich erwarte und fordere eindringlich, dass die Organisation durch die zuständigen Stellen des Bundes und der Länder deutlich besser wird, den Kommunen die zugesagten finanziellen Mittel auch endlich überwiesen werden und insbesondere ein langfristiges, umfassendes Handlungskonzept für unser Land geschaffen und pragmatisch umgesetzt wird. Als Kommune sind wir immer nur die Letzten in der Reihe.
Für ein solch großes Projekt muss in unserem Föderalstaat endlich mehr Verantwortung von der "hohen Politik" übernommen und gesteuert werden. Wenn es richtig gemacht wird, bietet die Situation auch Chancen.

BÜRGERNAH: Auch in der CDU wird das Vorgehen in der Flüchtlingspolitik kontrovers diskutiert. Welche Position vertritt die CDU in Erkelenz?
Marwin Altmann: Wir stehen als CDU in Erkelenz zu unseren christlichen Grundwerten und gewähren Menschen, die vor Krieg, Folter und Verfolgung flüchten eine schützende Unterkunft. Auch Deutsche sind in der Vergangenheit immer wieder ins Ausland geflohen und waren froh dort aufgenommen zu werden. Allerdings stellt uns das Ausmaß des Flüchtlingszustroms vor nie dagewesene Herausforderungen. Aktuell sind wir noch so stark mit der Unterbringung, Registrierung und Grundversorgung der Flüchtlinge beschäftigt, dass wichtige Integrationsmaßnahmen nur langsam anlaufen. Wir müssen daher schnellstmöglich wieder zu einer geregelten Zuwanderung kommen, die den Kommunen die notwendige Luft zum Atmen lässt. Auf diese Entwicklung haben wir aber hier vor Ort keinen Einfluss, uns bleibt nur die Hoffnung auf ein abgestimmtes, gesamteuropäisches Vorgehen. Bis dahin versuchen wir die Krise so gut wie irgend möglich zu meistern, damit wir in Erkelenz kaum spürbare Einschnitte in unserem gewohnten Alltag hinnehmen müssen. Die Flüchtlingskrise wird 2016 nicht einfach vorbei sein, auch in diesem Jahr werden uns noch zahlreiche Menschen erreichen. Aus diesem Grund wollen wir auch die Asylbewerber stärker in die Verantwortung nehmen. Wer schon länger bei uns ist und bereits gut Deutsch spricht, könnte z.B. als Übersetzer, Ansprechpartner oder Helfer für zukünftige Flüchtlinge eingesetzt werden. So entlasten wir vor Allem die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die nach einem intensiven Jahr 2015 schon weit über ihre Grenzen hinausgegangen sind.

BÜRGERNAH: Neben den starken Pro und Contra Bewegungen gehört ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zur abwartenden "Mitte" der Gesellschaft. Einerseits haben sie viel Mitgefühl und Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, anderseits entwickeln sich mit Blick auf die Zukunft auch Ängste und Bedenken. Was antworten Sie diesen Menschen?

Peter Jansen: Der weitaus überwiegende Teil der Bevölkerung steht für die „Willkommens-Kultur“. Sie erwarten aber, dass der "Staatsapparat" auch eine nachhaltige „Willkommens-Struktur“ schafft. Derzeit ist das Thema Flüchtlinge, dank der aktuell guten Wirtschaftssituation, noch kein Finanzproblem. Aber in 2016 werden die Themen Integration in Kitas, Schulen und den Arbeitsmarkt eine große Rolle spielen. Wenn es richtig gemacht wird, kann unser Land davon profitieren. Dies versuche ich den Bürgern zu verdeutlichen. Ob dies gelingt ist aber insbesondere davon abhängig, wann der "Masterplan Bund/Land" endlich erkennbar wird.
BÜRGERNAH: Nach der Anerkennung geht es verstärkt darum Flüchtlinge in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. Warum ist das so wichtig?

Marwin Altmann: Jeder Flüchtling hat unmittelbar nach seiner Anerkennung (wenn also ein berechtigter Asylgrund vorliegt) die Möglichkeit, sich in Deutschland eine Arbeit zu suchen. Durch den Einstieg in den Arbeitsmarkt entlasten die Asylbewerber unsere Sozialsysteme und sparen damit Steuergelder, in der Vergangenheit hat das bereits gut funktioniert. Die rund 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass sorgten z.B. 2012 für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro. Jeder Ausländer zahlte demnach pro Jahr durchschnittlich 3.300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Leistungen erhalten hat.

Die Aussage, Flüchtlinge würden anderen Arbeitssuchenden den Arbeitsplatz streitig machen, können wir nicht bestätigen. Zum einen ist das Arbeitsamt verpflichtet, deutsche Staatsbürger mit gleicher beruflicher Qualifikation einem Asylbewerber vorzuziehen, zum anderen haben wir eine Rekordbeschäftigung, noch nie hatten so viele Menschen in Deutschland einen Arbeitsplatz. Gleichzeitig suchen viele Unternehmen neue Mitarbeiter und Auszubildende, Stichwort demographischer Wandel. Eine ideale Ausgangssituation für gut qualifizierte Asylbewerber, sie werden sicherlich einen Arbeitsplatz finden, wenn sie zügig unsere Sprache lernen. Flüchtlinge mit geringeren Qualifikationen müssen sich diese über Fortbildungsprogramme, oder Ausbildungen aneignen. Da die Flüchtlinge im Durchschnitt sehr jung sind, dürfte es ihnen aber auch hier leichter fallen sich auf die neue Situation einzustellen, wenn sie dazu bereit sind.

Jeder Flüchtling kann Fluch oder Segen für unser Land sein, die entscheidende Weichenstellung ist eine funktionierende Integration. Wir müssen die Bildung von Parallelgesellschaften und damit eine klare Ausgrenzung der Flüchtlinge um jeden Preis verhindern, nur dann werden wir die gemeinsamen Herausforderungen meistern. Zu einer gelungenen Integration tragen aber nicht nur der Arbeitsmarkt oder die Unternehmen bei, es sind vor Allem die vielen persönlichen Kontakt mit deutschen Nachbarn und Freunden, die Aufnahme in unsere Vereine vor Ort, oder der regelmäßige Austausch mit anderen Menschen, die für die persönliche Entwicklung wichtig sind. Daher kann Jeder einen Beitrag leisten.

Montag, 10. August 2015

CDU Mitgliedermagazin BÜRGERNAH

Da ist sie wieder...die neue Ausgabe unseres Mitgliedermagazins BÜRGERNAH 02/2015.

Themen sind u.a.:
- Die Diskussion über eine Gesamtschule in Erkelenz
- Rückblick auf die CDU Mitgliederversammlung
- Interview mit der neuen stellv. CDU Stadtverbandsvorsitzenden Sabine Rosen u.v.m.

Einfach auf das Bild klicken, oder hier direkt als PDF runterladen.
Viel Spaß beim lesen.



Dienstag, 30. Juni 2015

Erkelenzer Schulen erfüllen alle Wünsche

„Wir haben in Erkelenz einen der besten Schulstandorte in ganz NRW“, sagte Stephan Muckel, Vorsitzender des CDU Ortsverbandes Erkelenz, „unsere Kinder finden hier auf engstem Raum nicht nur hervorragend ausgerichtete Schulen, sie bieten ihnen auch alle denkbaren Abschlüsse“. Im Rahmen einer für alle Mitglieder offenen Vorstandssitzung diskutierte der CDU Ortsverband Erkelenz mit dem stellv. Schulleiter des Cornelius-Burgh Gymnasiums, Dr. Emil Deckwirth, über den Erkelenzer Schulstandort. Herr Deckwirth konnte sowohl beruflich, wie auch privat fast alle weiterführenden Schulformen kennen lernen und überzeugte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als praxisnaher Experte. „Vor meiner Arbeit am Gymnasium habe ich von 1994 bis 2013 die Geilenkirchener Gesamtschule mit aufgebaut“, sagte Deckwirth in einer kurzen Vorstellung, „meine Frau ist Lehrerin an der Erkelenzer Gemeinschaftshauptschule, meine Söhne haben sowohl die Realschule Heinsberg und im Anschluss ebenfalls die Geilenkirchener Gesamtschule, wie auch das Hückelhovener Gymnasium besucht“. Herr Deckwirth engagiert sich zudem seit vielen Jahren ehrenamtlich im Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (PhV NW), einem gewerkschaftlichen Zusammenschluss von Lehrern an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, die auf das Abitur vorbereiten.

Dr. Emil Deckwirth, Ratsherr Stephan Muckel, Dr. Gerd Hachen MdL
„Was macht gute Schulen aus?“, fragte Herr Deckwirth die Anwesenden, „ist es das Namensschild am Gebäude oder sind es die Inhalte?“. Aus Sicht des Referenten sei der seit Jahrzehnten andauernde, politische Wettstreit um das bessere Schulsystem der falsche Ansatz. „Es gibt nicht die „Beste“ Schulform, jedes Konzept hat seine individuellen Vor- und Nachteil, wobei eine erfolgreiche Umsetzung auch maßgeblich von den Lehrkräften vor Ort abhängig ist“. Für die Schülerinnen und Schüler sei letztlich nur die Qualität des Unterrichts entscheidend, um später alle beruflichen Perspektiven wahrnehmen zu können. „Die Erkelenzer Schulen haben sich kontinuierlich entwickelt und immer weiter verbessert“, so Deckwirth, „heute sind alle Angebote optimal aufeinander abgestimmt und erfreuen sich bei Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Kreisgebiet großer Beliebtheit“. In Erkelenz können nicht nur alle Abschlüsse (Hauptschulabschluss, Fachoberschulreife (FOR), Fachoberschulreife mit Qualifikation (FORQ), Fachhochschulreife (schulischer Teil) und die Allgemeine Hochschulreife  (Abitur)) gemacht, sondern auch das Abitur sowohl nach 8 (G8), wie auch nach 9 Jahren (G9) erreicht werden. „Besucht man nur das Gymnasium benötigt man 8 Jahre zum Abitur, wechselt man erst nach dem Abschluss der Haupt- oder Realschule an ein Gymnasium, erhält man die Allgemeine Hochschulreife nach 9 Jahren“, erläuterte Deckwirth, „die Schulen haben sich dabei so aufeinander abgestimmt, dass eine reibungslose „Durchlässigkeit“ gewährleistet wird“.  Auch beim Thema gebundener, oder offener Ganztag, sowie bilingualem Unterricht blieben keine Wünsche unerfüllt.

„Bleibt die Frage was uns in Erkelenz fehlt und wann die Einrichtung einer Gesamtschule überhaupt Sinn ergeben würde?“, fragte Stephan Muckel, „ist die Forderung von SPD und Grünen nach einer Gesamtschule nur ihrer politischen Ideologie geschuldet, oder existiert ein wirklicher Bedarf?“. Nach Ansicht von Herrn Deckwirth sei die Gesamtschule ebenfalls eine gute Schulform, die den Erkelenzer Schülerinnen und Schülern in annehmbarer Entfernung (Wassenberg, Ratheim und Mönchengladbach) zur Verfügung stehen würde. „Keine Schulform rechtfertigt aber die Zerstörung eines gut funktionierenden Systems“, so Deckwirth, „so lange unsere Schulen gut nachgefragt und unsere Kinder hervorragend ausgebildet werden, sehe ich keinen Bedarf für einen solch umfassenden Eingriff in unsere Erkelenzer Schullandschaft“. Es seien nicht nur die massiven Auswirkungen auf sensibel aufeinander abgestimmten Erkelenzer Schulen, die man dabei bedenken müsse, auch die bestehenden Gesamtschulen in Wassenberg und Ratheim würden eine zusätzliche Einrichtung bei ihren Schülerzahlen spüren. „Auf Grund des gesetzlich vorgeschriebenen „Drittelmixes“ bei der Aufnahme von Schülerinnen und Schülern an einer Gesamtschule (1/3 Grundschüler mit Hauptschul-, 1/3 mit Realschul- und 1/3 mit Gymnasialempfehlung) sind auch die umliegenden Gesamtschulen vor Allem auf Erkelenzer Schüler mit Gymnasialempfehlung angewiesen“, sagte Deckwirth, „in Zeiten des demographischen Wandels würde ein regelrechter Wettkampf der Gesamtschulen um entsprechende Schülergruppen unvermeidbar sein“. Zudem müsse auch an die von den Gesamtschulen abgelehnten Grundschüler mit Haupt-, oder Realschulempfehlung gedacht werden, sie fänden ohne unsere Erkelenzer Schulvielfalt keinen Platz mehr.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung waren von der sachlichen Diskussion beeindruckt. „Ich bedanke mich sehr herzlich für diesen umfangreichen Einblick in die verschiedenen Schulsysteme“, sagte Stephan Muckel abschließend, „wir können auf unser Schulangebot in Erkelenz stolz sein“. Für die CDU komme eine Änderung der bestehenden Situation daher ausschließlich im Falle eines wirklichen Bedarfs in Frage. „Sollte sich eine solche Entwicklung tatsächlich abzeichnen, ist es für uns selbstverständlich auch die Eltern in den Lösungsprozess einzubeziehen“, so Muckel.

Samstag, 27. Juni 2015

Die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes an der Roermonder Straße wird geprüft


Am 16.06.2015 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaftsförderung und Betriebe über die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes diskutiert. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Erkelenz forderte in einem Antrag, „dass die Verwaltung beauftragt wird, auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz möglichst in Nähe der Kernstadt, Stellplätze für Wohnmobile und Campingbusse mit Ver- und Entsorgungsstation sowie Stromversorgung einzurichten.“ Ergänzend wurden 7 Standortvorschläge zur weiteren Prüfung gemacht verbunden mit der Erwartungshaltung, dass auch die Verwaltung weitere Alternativflächen auswählt.

Die Verwaltung hat die 7 Standortvorschläge bewertet und darüber hinaus weitere Flächen nach den genannten Kriterien geprüft: Im Ergebnis bleibe festzuhalten, dass eine Fläche an der Roermonder Straße (ehemaliger Bolzplatz gegenüber dem Friedhofsgelände) als geeignet erscheine. Der Bolzplatz werde seit längerem nicht mehr genutzt, der vorhandene Spielplatz könne in ein Gesamtkonzept integriert werden. Eine Zufahrt wäre von der Roermonder Straße aus direkt möglich. Die Innenstadt sei fußläufig erreichbar und überregional gäbe es eine gute Straßenanbindung. Der Standort sei relativ ruhig gelegen und verfüge bereits über eine intakte Grünkulisse. Die Erschließung mit Versorgungsmedien sei von der Roermonder Straße aus grundsätzlich möglich, müsse aber im Detail geprüft werden.

Auch in Erkelenz gäbe es private Interessenten, die ein konkretes Interesse geäußert hätten, einen Wohnmobilstellplatz zu errichten und zu betreiben. Aus Sicht der Verwaltung wäre das eine gute Option. Die Stadt würde ein geeignetes Grundstück im Rahmen eines Pachtvertrages zur Verfügung stellen. Der Pächter wäre für die Errichtung und den Betrieb der Anlage verantwortlich.

Vor dem Hintergrund der bereits konkret vorliegenden Interessensbekundungen wurde die Verwaltung beauftragt, für die Errichtung und den Betrieb eines Wohnmobilstellplatzes auf dem Grundstück an der Roermonder Straße die erforderlichen Gespräche, zum Abschluss eines Pachtvertrages, zu führen und die notwendigen bauplanungsrechtlichen und erschließungstechnischen Voraussetzungen zu prüfen. Zum Abschluss eines Pachtvertrages ist ein Gesamtkonzept für die geplante Anlage dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaftsförderung und Betriebe vorzulegen.

Ich habe diesem Vorschlag als Ausschussmitglied ebenfalls zugestimmt (das Votum im Ausschuss war einstimmig). Zuvor aber nochmal deutlich gemacht, dass es keine endgültige Entscheidung ohne die vorherige Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner an der Stettiner Straße geben darf. 

Aus meiner Sicht hätte die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes an der Roermonder Straße vier konkrete Vorteile:

1. Der Kinderspielplatz bleibt erhalten und wird in das neue Konzept eingebunden.
2. Eine Bebauung des Grundstückes kann mittel- bis langfristig verhindert werden.
3. Die Zufahrt würde ausschließlich über die Roermonder Straße realisiert.
4. Eine ungenutzte Grünfläche würde einer konkreten Verwendung zugeführt, was Pflegekosten einspart und Pachterträge ermöglicht.

Ich werde Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten und mich für eine Berücksichtigung der Anwohnerinteressen einsetzen.

Foto Stadt Erkelenz

Freitag, 8. Mai 2015

Ein ganzes Leben unter einem Dach

„Es gibt wohl kaum ein Arbeitsumfeld bei dem Freud und Leid so dicht bei einander liegen", sagte Stephan Muckel, Vorsitzender des CDU Ortsverbandes Erkelenz, „die Aufgabenbereiche der Hermann-Josef-Stiftung reichen von der Geburt über den Krankenhausbetrieb und der Notfallversorgung, bis zur Altenpflege und Sterbebegleitung, im Prinzip also ein ganzes Leben unter einem Dach".

Die erste Unternehmensbesichtigung nach den Vorstandswahlen im Januar, führte den CDU Ortsverband Erkelenz zu einem der größten Arbeitgeber im Kreis Heinsberg. Der Verwaltungsdirektor Jann Habbinga informierte die Besuchergruppe über Aufbau und Struktur der Hermann Josef Stiftung Erkelenz. „Insgesamt haben wir 1040 Mitarbeiter, wobei alleine 850 im Krankenhaus eingebunden sind", so Habbinga zu den Anwesenden, „wir freuen uns besonders zusätzlich auch 100 Ausbildungsplätze anbieten zu können, damit sind wir der größte Ausbildungsbetrieb im Kreis Heinsberg". Neben der examinierten Ausbildung fördert die Hermann-Josef-Stiftung vor Allem die Assistenzausbildung, damit sollen die drohenden Auswirkungen des demografischen Wandels abgefedert werden. „Das Kerngeschäft unserer Stiftung ist selbstverständlich das Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit momentan 371 Betten", sagte Habbinga, „im letzten Jahr hatten wir 17.400 stationäre Patienten und 48.400 ambulante Fälle, nach der Erweiterung um die neurologische Station werden unsere Kapazitäten 2016 auf 411 Betten aufgestockt sein".
Ein wichtiges Standbein der Hermann-Josef-Stiftung ist auch das Altenheim am Schulring, 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen hier 95 Wohnplätze. „Wir haben das Altenheim erst im letzten Jahr umgebaut und renoviert, die Qualität der Einrichtung ist dadurch deutlich gestiegen", so Habbinga weiter, „Ziel war es ein häusliches Umfeld zu schaffen, wo unsere Bewohnerinnen und Bewohner in einer Gemeinschaft zusammenleben können". Die Hermann-Josef-Stiftung umfasst ebenfalls noch ein ambulantes Pflegezentrum, eine Krankenpflegeschule, sowie die Bildungsstätte Kühlerhof.
Einen umfangreichen Einblick erhielten die CDU Mitglieder bei ihrem Besuch zudem in die neuen Räumlichkeiten des Erkelenzer Hospiz. Die Leiterin der Einrichtung, Ulrike Clahsen, informierte über die wichtige Arbeit für einen würdevollen Lebensabend. „Seit mehr als14 Jahren begleiten wir schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige auf ihrem letzten Weg. Dabei stehen die Menschen bei uns stets im Vordergrund", sagte Clahsen, „wir bieten Menschen ein zu Hause auf Zeit, dass auch in schwierigen Situationen eine hohe Lebensqualität ermöglichen soll".
Alle Hospize in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet 10 Prozent ihres Jahresumsatzes in Form von Spenden zu erwirtschaften um weiterhin existieren zu können. Jedes Jahr wird daher in Erkelenz eine Spendensumme in Höhe von ca. 170.000 Euro benötigt, um die Arbeit für Bewohner und Angehörige in einer gleichbleibenden Qualität anbieten zu können. „Wir freuen uns über jede Spende oder Spendenaktion", so Clahsen, „dabei spielt es keine Rolle, ob sie eine kleine oder große Spende tätigen. Für uns zählt jeder Euro". Weitere Informationen sind unter www.hospiz-erkelenz.de/spende zusammengestellt.
In der abschließenden Diskussion stellte sich Herr Habbinga noch zahlreichen Fragen der CDU Mitglieder. Ratsherr Roland Schiefer erkundigte sich beispielsweise nach der Parksituation rund um das Krankenhaus, da es hier viele Beschwerden seitens der Anwohner gäbe. „Wir sind uns der problematischen Situation bewusst und stehen in einem regelmäßigen Austausch mit der städtischen Verwaltungsspitze", sagte Habbinga, „ein Ergebnis war z.B. die Aufstockung des Parkdecks auf der Tenholter Straße, wir suchen aber auch weiterhin nach sinnvollen Entlastungsmöglichkeiten". Eine Frage betraf auch die Entwicklung der Notfallpraxen im Kreis Heinsberg. „Im Krankenhaus sind wir auf Notfälle spezialisiert, für einfache Notdienste haben wir kein Personal und sind z.B. auch nicht berechtigt Rezepte auszustellen", erklärte Habbinga, „ich bin froh, dass wir aktuell mit der Politik, sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) über mögliche Lösungsansätze sprechen. Die Notfallpraxen zu schließen und die Patienten dann einfach ins Krankenhaus zu schicken, kann jedenfalls keine Lösung sein".
Mit einer Flasche Wein bedankte sich der CDU Ortsverbandsvorsitzende Stephan Muckel für den aufschlussreichen Besuch. „Wir können uns glücklich schätzen vor Ort eine so gute Gesundheitsversorgung und Pflege zu haben", so Muckel, „auch wenn uns das System politisch noch vor einige Herausforderungen stellen wird, sind wir im überregionalen Vergleich in Erkelenz gut aufgestellt".

Erstausgabe BÜRGERNAH 01/2015

Sie ist wieder da.....unser Mitgliedermagazin BÜRGERNAH präsentiert sich nun in einem neuen Layout und wird zukünftig über die Arbeit der CDU im gesamten Stadtverband Erkelenz informieren.
Viel Spaß beim lesen!